Eine schwere Entscheidung.

Wenn man einen Laden hat, der so auf den Eigentümer zugeschnitten ist, so wie es bei uns ist, dann tut man sich schon ganz schön schwer damit, den Laden zu verkaufen. Es ist ja unser Baby.

Das Ding muss geregelt werden!

Und dann war da aber dieser Punkt, wo es meinem Mann gesundheitlich nicht so gut ging, als ich dann gedacht habe: „Wir müssen es wirklich machen. Was ist, wenn mit meinem Mann etwas ist? Dann ist alles zu spät." Und das war für mich persönlich, für meine Gefühlswelt der Auslöser zu sagen: Das Ding muss geregelt werden, irgendwie!

Wir sind ja keine Makler.

Natürlich haben wir uns mit dem Gedanken lange beschäftigt, was wir machen und wen wir überhaupt ansprechen, um das Geschäft an den Mann zu bringen. Wir haben uns dann bei Leuten erkundigt, die ihre Firma verkauft haben und da wurde uns sonntag empfohlen. Das war eine gute Entscheidung, weil dort kein riesen Bankkonzern dahinter steht, sondern es sind Leute da, die man anrufen kann. 

Vertrauen.

Mittlerweile sind wir ja sogar per du und finden das einfach cool, wenn man bei sonntag anrufen kann und auch mal andere Dinge bespricht, die einem einfach spontan einfallen. Man denkt ja dann an so Vieles und natürlich auch an „Hinterher“, was dann passiert. 

Die anfängliche Flaute.

Ganz am Anfang vom Prozess da hat niemand richtig „angebissen“. Da ist bei uns natürlich die Stimmung ein bisschen gesunken. Und da haben wir schon gedacht:  Auweia, wie kriegen wir das jetzt gelöst? Aber dann ist sonntag gekommen mit einer wahnsinnig langen Liste von Kaufinteressenten, die angeschrieben wurden.

Das ist unser Lebenswerk.

Ich fand es wichtig, dass man für uns jemanden findet, der auf Augenhöhe ist. Mit dem wir uns gut verstehen und der sich mit der Materie auskennt. Wir wollten auf keinen Fall an jemanden verkaufen, der damit nur sein Geschäft macht. Wir suchten jemanden, der die Mitarbeiter übernimmt und auch die anderen Firmenaktivitäten weiterführt. Ich denke da haben wir uns ganz gut drauf verständigt.

Alles richtig gemacht!

Im Grunde muss man sagen, dass der Preis, den wir erzielt haben, vollkommen okay ist. Der Kaufpreis ist oftmals subjektiv und hängt vom einzelnen Kaufinteressenten ab: Was ist jemandem so ein Unternehmen wert? Das kann eigentlich nur jemand aus der Branche zu schätzen wissen. Und nachdem alles geregelt ist, kann ich mit Stolz sagen: Ich hab den richtigen Käufer gefunden, die machen das gut!

Loslassen.

Jetzt nach dem Verkauf haben wir das erste Mal seit 25 Jahren, 14 Tage Urlaub am Stück gemacht. Das ging früher nie. Dann hat immer das Telefon gebimmelt. Es geht ja auch oft um die Gewissensfrage, die man sich selbst immer wieder stellt. Dieses Loslassen hat mir unheimlich geholfen. Ich gehe jetzt morgens auf die Arbeit und hab nicht mehr diesen Klumpen im Bauch. Das ist wirklich Lebensqualität.

Zeit für uns.

Das Schöne ist ganz einfach, dass man jetzt mit Muße etwas tun kann, dass man bei der Gartenarbeit ist, ohne dass man denkt: „Ich bin gehetzt, ich muss schnell machen.“ Jetzt haben wir den Luxus, sich mal auf das konzentrieren zu können, was man gerne macht. Das ist toll!